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Mayday Today - Ich fordere nur, was ich auch selber leiste!



đŸ‘đŸ» Warum macht das glaubwĂŒrdig? Gerade in Krisen?


Denken wir uns das Gegenteil: Das folgende triviale, aber Àrgerliche Beispiel stammt von einer frustrierten Teamassistentin.

„Unser Chef sagt mindestens dreimal am Tag: ‚Sabine, wir brauchen neuen Kaffee!‘ Dabei hat er meist selbst die letzte Tasse getrunken. Aber selber aufbrĂŒhen? Macht er nie.“ Was denkt (nicht nur) diese Mitarbeiterin? „HĂ€lt sich wohl fĂŒr was Besseres!“ Wie begeistert folgt sie in einem Sturm einem Chef, der sich fĂŒr was Besseres hĂ€lt? Wenn er nicht mal selber Kaffee kochen will, dann wird er doch sicher die echt schweren Aufgaben auch den eigenen Leuten aufdrĂŒcken, oder?


☕ Und jetzt kommst du. Du zapfst die letzte Tasse und sagst laut vernehmlich: „Oh, schon leer. Ich brĂŒh rasch neuen auf.“ Das hört jeder im BĂŒro. Das registriert jeder. Dito Sitzungsprotokoll. Als die Reihe an ihr ist, sagt die Abteilungsleiterin ins Meeting hinein: „Ich schreibe das Protokoll. Bin ja an der Reihe.“ Wer es in den kleinen Dingen ist, ist es auch in den großen: glaubwĂŒrdig.

Wenn das so einfach ist, warum ist das dann immer noch ein Problem?


Dazu sagte mir ein Chef und Coachee, der exakt wegen dieses Problems von seinem Chef ins Executive Coaching geschickt worden war: „Wozu bin ich Chef geworden, wenn ich immer noch diese niederen Jobs erledigen muss!“ Als er vielleicht zum ersten Mal hörte, was er da eigentlich dachte, biss er sich auf die Lippe und fĂŒgte an: „Aber natĂŒrlich mache ich mich mit so einer Haltung nicht gerade beliebt!“ Warum hat er dann diese Haltung?


đŸ‘ŽđŸ» Weil er Chef wurde auch wegen des Chef-Status. Und „niedere“ TĂ€tigkeiten zerkratzen diesen Status (seiner Meinung nach). Als er sich seines unbewussten Status-Motivs im Coaching bewusst wurde, schĂ€mte er sich dafĂŒr. Das ist unnötig: Status ist eine feine Sache! Niemand sollte sich dafĂŒr schĂ€men. Ich gab lediglich zu bedenken: „Als Chef genießt du sicher noch mehr Privilegien als bloß die Befreiung vom Kaffeekochen. Was, wenn du im Austausch fĂŒr mehr GlaubwĂŒrdigkeit hin und wieder Kaffee brĂŒhst?“ Er entschied: „Gut, dafĂŒr lohnt es sich doch.“


Was willst du sein? Ein Chef, der nie Kaffee kocht? Oder ein glaubwĂŒrdiger Chef?


NatĂŒrlich heißt das nicht, dass du ab sofort immer Kaffee kochen und jede „niedere“ Aufgabe ĂŒbernehmen musst. Es heißt lediglich, dass du das hin und wieder gezielt machen solltest. Weil es wirkt. Es wirkt Wunder – was du daran merkst, was die Leute hinter deinem RĂŒcken ĂŒber dich sagen.


đŸ’ȘđŸ» Zum Beispiel: „Der Chef ist sich nicht zu schade dafĂŒr, sich auch mal die HĂ€nde schmutzig zu machen.“ „Wenn es knĂŒppeldick kommt, ist der Boss der Erste, der die Ärmel hochkrempelt.“ Das ist nicht trivial. Die GlaubwĂŒrdigkeit, die du damit gewinnst, ist staatstragend. Das wussten schon die alten Römer, zum Beispiel Kaiser Augustus, der sich entsprechend dem dahinterliegenden FĂŒhrungsprinzip „primus inter pares“ nannte: Erster unter Gleichen.



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